Entschieden gegen Gewalt

Sofern wir in einer Gesellschaft leben möchten, in der sich jeder einzelne sicher fühlen kann, haben wir als Eltern und als Lehrer, als Fachleute und als Staat keine andere Wahl, als entschieden gegen jegliche Form von Gewalt vor zu gehen. Die durch Gewaltlosigkeit entstehende Sicherheit ist eine Grundlage für jeden Einzelnen, seine individuellen Potentiale und Fähigkeiten optimal zu entwickeln und zu verwenden.

Da haben wir auf der einen Seite die Plattform Gemeinsam gegen Gewalt, Weiße Feder und Gewaltprävention OÖ und auf der anderen Seite Vorfälle wie die des Direktors in Linz, der einen 7jährigen misshandelt, die Republik Österreich dann mit der Argumentation das Kind hätte den Direktor provoziert, abschmettert. (Siehe OÖ Nachrichten und DerStandard.at).

Die Argumentation, das Kind hätte durch sein Verhalten die alleinige Schuld an dem Vorfall, ist aus heutiger Sicht zu verwerfen, da wir wissen, dass zu einer Eskalation immer beide (alle) Parteien beitragen. Problematisch ist, dass die professionelle und in ihrer Position überlegene Partei nicht bereit ist, die dazugehörige Verantwortung zu übernehmen.

Selbstverständlich sind Direktoren und LehrerInnen (sowie Eltern auch) Menschen mit Gefühlen und Emotionen und somit nicht automatisch allen schwierigen Situationen gewachsen. Deshalb gilt es als Gesellschaft hin zu schauen und Hilfe anzubieten. Verschiedene Institutionen tun dies bereits und bieten Fortbildungen und Supervision gezielt für diese Zielgruppe an. Im Schulbereich tätige Pädagogen lernen dort, in schwierigen Situationen professionell zu bleiben und unangenehm autonomen Kindern und Jugendlichen die richtige Portion gewaltfreien Widerstand zu leisten.

Im aktuellen Fall ist allerdings die Reaktion der "zuständigen Finanzprokuratur der Republik Österreich" (wer auch immer da genau dahinter steckt) noch schwerer zu Verurteilen als der Direktor selbst und ich bitte deshalb die Leser um Mithilfe, ihren Widerstand gegen diese Haltung deutlich zu machen.

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